Rezension Le: Henry IV [Part One] (William Shakespeare)

01/01/2010 von kalafudra

[Crossposted.]

Henry IV is a play (in two parts) by William Shakespeare, of which I’ve read the first part.

Plot:
King Henry IV has troubles with the Scottish, which keep him from going on a crusade to redeem himself from acquiring his throne forcefully. Additionally, a rebellion is stirring, led by the Percy family and Edmund Mortimer, named rightful successor by Richard II.
At the same time, King Henry’s son Henry (or Hal) also troubles his father by being generally subversive. Hal hangs out with a ragtag group of people, most notably John Falstaff, who is a kind of father figure for him.

I don’t think that I have to point out that Shakespeare is really good. But let me say that I really liked Henry IV. It was a rather quick read (as plays usually are), beautifully written, full of vivid characters and some of the greatest insults ever.

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Henry IV

17/12/2009 von L

Henry IV (Bolingbroke) hat nichts als Ärger nach gelungener Usurpation durch Mord an Richard III.
Zum einen – was seinen Legitimationsproblemen ebenso wie seiner mangelnden Diplomatie zuzuschreiben ist – sind seine einstigen Verbündeten geneigt, sich mit den Walisern und Schotten zu verbünden und gegen ihn zu ziehen. Anführer dieser Gegenrevolte is der Earl von Worcester, ein gerissener, böser Machtmensch. Auch auf Seiten der Rebellen: der Earl of Northumberland sowie dessen Sohn, der Neffe des Earl von Worcester, der junge Percy Northumberland, dem der sterbende Richard den Thron versprochen hatte. Den tapferen Heißsporn („hotspur“) Percy sähen die Adelskreise lieber als nächsten König denn den jungen Heinrich (den künftigen Henry V).
Womit wir beim zweiten Problem Henry IVs wären: Sein nichtsnutziger Sohn Henry (genannt „Hal“) – in der deutschen Version Heinrich („Heinz“). Der junge Hal hat nichts zu tun außer fressen, saufen, herumhuren und unflätige Reden führen. Mit von der Partie ist der Lebemensch Falstaff, der eine ungeheure Faszination auf den jungen Prinzen ausübt und ihm zum Vorbild in unköniglich-nihilistischen Betragen dient.

Im Laufe der Zeit ändert sich die Beziehung zwischen Hal und Falstaff: Der junge Prinz entwickelt sich, sieht seine Aufgabe in der nahenden Schlacht mit den Rebellen und will tun, was die Ehre verlangt – wohingegen Falstaff noch immer sein Glück in Suff, Gelage und Trägheit findet und mit Ehre und Heldentum wenig anzufangen weiß. Es kommt zur Entfremdung zwischen den früheren Freunden.
Showdown: Heißsporn Percy fällt im Kampf mit dem jungen Heinrich. Thronfolge für die Tudors gesichert.

PS: Eine Schlüsselszenen zwischen Hal und Falstaff: Der Raubzug, bei dem Falstaff sich als Feigling und Hal als recht gewitzt herausstellt. Zu Falstaff und Hal sei auch My private Idaho mit ebendieser Szene erwähnt… und Keanue Reeves, der sich am Ende des Films von seinem alten Gefährten wegdreht: „I don’t know you, old man.“

3 Begriffe

12/11/2009 von kalafudra

Aufgabenstellung: Jede zieht drei Begriffe aus einem Stapel und schreibt mit diesen etwas. Bleibt man stecken, kann man einen weiteren Begriff ziehen. Die Begriffe müssen nicht direkt vorkommen und das Ausmaß, wie weit sie eingebaut werden sollen, ist frei.

Le:

Begriffe: Weeping Angel, 3 Pinguine, Sackgasse, Tannennadeln, Luftikus, Fachwerkhaus

Manic Pixie Dream Girl

“Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?”
“Ja, ja… kannst du dich noch an die drei Pinguine in Madagascar erinnern? Ich bin wie die – hab immer einen Plan und weiß, was ich tu.”
“Aber sind die Pinguine nicht über Afrika abgestürzt?”
“Na ja, schon. Aber vorher sind sie bis nach Afrika gekommen.”
“Okay, okay… Nur das Sackgassenschild beunruhigt mich etwas.”
“Komm schon! Ich will nicht zu spät kommen.”
Ilona ging weiter. Sie hatte einen erstklassigen Orientierungssinn und außerdem sah sie schon die erste Engelsstatue. Thomas folgte ihr etwas langsamer.
Der Gehsteig ging in einen Kiesweg über, gesäumt von Tannen unter denen große Haufen brauner Tannennadeln lagen.
Für einen Augenblick überlegt Thomas sich in den Nadeln einzugraben und einfach nicht aufzutauchen, nie mehr. Aber Ilona war ein ganzes Stück vor ihm, also beschloss er seufzend, ihr nachzugehen.
Ilona war inzwischen bei einer großen Engelsstatue angelangt, die ihr Gesicht in ihren Händen vergraben hatte. Dahinter war die Mauer des Friedhofs, in die eine kleine Tür eingelassen war.
Thomas holte auf, während Ilona darauf wartete, dass jemand auf ihr Klopfen reagierte. Schweigend warteten sie, bis die Tür einen Spalt geöffnet wurde.
“Ja?”
“Luftikus,” sagte Ilona mit einem Lächeln.
Die Tür wurde weiter aufgestoßen.
“Kommt herein.”
Hinter der Tür war ein kleiner Raum. So klein, dass man eigentlich nicht aufrecht stehen konnte und zweidimensional sein musste um hineinzupassen. Aus irgendeinem Grund hielt das aber keinen von den etwa 200 Menschen in dem Raum auf, dort zu sein. Auch die Straße mit den Fachwerkshäusern hatte bequem Platz.
Thomas sah sich mit großen Augen um.
“Ich habe dir doch gesagt, dass es absolut genial hier ist!”
Ilonas Gesicht strahlte und sie schien noch aufgedrehter als sonst.
“Da drüben ist die Einkaufsstraße, dahinter sind dann die Restaurants und Cafés. Komm, ich lad dich auf eine heiße Schokolade ein!”

To be continued…

Museranruf

12/11/2009 von kalafudra

Aufgabenstellung: Einen Museranruf schreiben.

Le:

Muser unser,
der du bist im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
deine Inspiration komme, dein Wille geschehe
wie in Friesach, so auch in Wien und Aflenz.
Unsern Kaffee gib uns immer
und vergib uns unsere Rechtschreibfehler
wie auch wir vergeben deine Absenzen.
Führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlös uns von der Prokrastination.
Denn dein ist die Inspiration und die Kreativität und der Ruhm und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Kuss.

3 Haikus

12/11/2009 von kalafudra

Aufgabenstellung: Jede schreibt drei Haikus.

Le:

Drei Frauen schreiben
im Wohnzimmer auf der Couch
Literarisches.

Passend dazu drei
Haikus: Einstimmung, Spiel, Spaß,
Herausforderung.

Es ist still. Papier,
Stifte, Atmen, Fluchen und
meine Rotznase.

NaNoWriMo

31/10/2009 von kalafudra

Sagt’s mal… wäre es eine Idee beim NaNoWriMo mitzumachen?

National Novel Writing Month is a fun, seat-of-your-pants approach to novel writing. Participants begin writing November 1. The goal is to write a 175-page (50,000-word) novel by midnight, November 30.

Valuing enthusiasm and perseverance over painstaking craft, NaNoWriMo is a novel-writing program for everyone who has thought fleetingly about writing a novel but has been scared away by the time and effort involved.

Es wär vielleicht ganz witzig, das hier zu machen? Wir könnten es auch privat angehen und unseren eigenen Monat suchen. Aber irgendwie reizt mich die Idee schon. Und ich hab ja grad gar nichts zu tun. *headdesk*

 

 

(L. antwortet:)

Wiewohl  ich die Idee toll finde, muss ich leider für mich verneinen. Mir fehlt dieses Jahr sowohl die Zeit als auch der benötigte Enthusiasmus. Nächstes Jahr – so ich mit meiner Diss fertig bin – aber gerne.

the picture of dg by L.

25/10/2009 von L

The picture of Dorian Gray tells the story of a beautiful young man who sells his soul for eternal youth. It is the story of the corruption of an innocent young lad by a cynical, charismatic and fascinating older man. While the young lad’s face remains unspoilt and innocent his portrait bears the traces of his decadence and evilness. “The picture of Dorian Gray” contains two wonderful love-stories (the good romantic kind: Basil/Dorian and the corrupting a boy made from ivory and roses kind: Dorian/Henry) where physical and emotional attraction are described so well that you can almost feel the air stirring with it. I especially liked the two first chapters. If you happen to own the Penguin version, you should have a look at the editorial notes. ( p.e. whether or not Henry touches Dorian’s shoulder when Dorian nearly swoons smelling the flower… whether or not Basil and Henry walk in silence because Basil is jealous… The small hints of “hideous crime” have been altered many times both by Wilde and the editors). PS: this is the re-read tpodg posting.

Rezension Le: The Picture of Dorian Gray (Oscar Wilde)

25/10/2009 von kalafudra

[Crossposted.]

The Picture of Dorian Gray is Oscar Wilde’s only novel. I read it first for school and I loved it. Now, with the upcoming movie, I figured I’d read it again. And after the things here on LG are being picked up again and we wanted to form a book club where we read the classics, what better way to start?

Plot:
Dorian Gray is a young, beautiful man. When his friend, the painter Basil Hallward, paints a picture of him, Dorian, under the influence of the cynic Lord Henry Wotton, exclaims that he would rather see the picture age and not himself. Which is exactly what happens.

The Picture of Dorian Gray is a wonderful book. It’s interesting, it’s well written, it’s basically one huge quote and the characters are awesome. Basically, it’s a classic for a reason. A very good one. And, if you haven’t, you should really read it.

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[SPOILERS and a probably disturbing look into my reading habits after the jump]

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Bibliophilenphilie – Monatstext Le

31/03/2005 von kalafudra

Die Klingel über der Tür bimmelte leise, als die junge Frau in den Antiquitätenladen schlüpfte. Sie trug einen grauen Rock, eine graue Strickjacke und eine weiße Bluse, bis oben zugeknöpft. Ihre Brille war auf ihre Nasenspitze gerutscht. Mit einer ungeduldigen Handbewegung schob sie sie nach oben. Dann begann sie langsam in dem Geschäft herumzustreifen.
Sie betrachtete gedankenverloren einige alte Bücher. Einige nahm sie zur Hand, nur um sie Sekunden später wieder wegzulegen. Immer wieder schielte sie zu dem Verkäufer hinüber, der gerade eine alte Dame dazu riet, sich Winnetou in der Originalausgabe zuzulegen.
Endlich hatte die Dame den Entschluss gefasst, das Buch zu kaufen, bezahlt, noch kurz das Wetter besprochen und war gegangen.
Endlich allein!
Die junge Frau schob sich noch einmal die Brille zurecht und ging dann auf den Verkäufer zu, ein Mann mittleren Alters, mit Glatze und Schweißflecken unter den Achseln. Er grüßte sie freundlich.
Sie lächelte zerstreut retour, nahm einen Zettel aus der Tasche und schob ihn über den Tresen.
„Ich bin hier wegen ihrer Anzeige. ‚Alles für und von Bibliophilen’. Und zwar bräuchte ich – es ist ein bisschen ein besonderer Wunsch…“
„Sagen Sie ihn mir nur, ich bin sicher, dass wir Ihnen weiterhelfen können.“
„Also, ich bin in so einer Frauengruppe, eine Art ‚Hexengruppe’.“ Sie malte Hasenfüßchen in die Luft. „Auf jeden Fall brauche ich das Herz von einem Bibliophilen.“
Der Verkäufer schluckte, sah sich um, als würde er irgendwo versteckte Kameras erwarten und lehnte sich dann zu der Frau.
„Wie bitte?“ Seine Stimme war mehr ein Flüstern, als der geplante erzürnte Aufschrei.
„Sie schreiben hier doch: ‚Alles für und von Bibliophilen’. Und ich brauche das Herz eines Bibliophilen und das ist dann ja wohl eindeutig von einem Bibliophilen, oder?“
Die Schweißflecke des Verkäufers hatten sich ungefähr verdoppelt. „Ich befürchte, Sie haben uns missverstanden, gnädige Frau.“

To be continued…

Haimos Traum (Kapitel 20) – Monatstext L.

31/03/2005 von L

Sie dachte, dass sie ihn liebte, und dass es schön war, da zu liegen am Seeufer, verliebt und betrunken.
Er stand neben ihr, sie hatte seine Waden auf Augenhöhe, braun und blondgekräuselt, und er sprach und sie hörte seine Stimme über sich.
„…. man müsste verdammt noch mal mächtig sein“, sagte er, sie sah aus halbgeschlossenen Augen zu ihm, blondgekrauste, Beine ohne Socken in den Schuhen, „ich würde das alles nicht zulassen. Dass einer arm ist. Dass einer mit seiner Tochter…“ und Haimo hieb mit der Fußspitze gegen den Boden und die Steine spritzten in der Luft, sehr nahe bei ihrem Gesicht, und sie sagte „Haimo, pass auf“, und er sagte „Du bist so hässlich, wenn du betrunken bist“, und sie musste lachen, obwohl es gemein von ihm war, und dann fuhr er fort in seinem Vortrag den er der Morgendämmerung hielt.
Sie lag da und dachte, dass sie ihn liebte, und dass er schön war und dass es gut war, da zu liegen, verliebt und betrunken, und dass seine Stimme schön war, mächtig und edel.
„Ich würde das alles nicht zulassen“, sagte also Haimo, „dass sie gemein sind zu denen, die sich nicht wehren können. Ich kenne ein Mädchen – jetzt ist sie eine Frau – und der haben sie alle Finger gebrochen, einfach so. Ich würde das alles nicht zulassen. Dass einer wehrlos ist. Dass einer sich schämen muss, weil er keinen Vater hat. Dass Kinder weinen, weil sie machtlos sind.“
„….du hast Recht“, sagte sie, aber er wollte sie nicht hören, nur seine eigene Stimme, und er fuhr fort, mit mehr Lautstärke und Rhythmus: „Ich würde machen, dass es gut ist, verstehst du? Dass keiner sein Kind allein lässt. Dass keiner seine Frau schlägt, dass sie Blut spuckt. Ich kenne eine Frau, sie ist alt, sie könnte meine Mutter sein, sie hat einen Mann, der schlägt sie, und sie ist hässlich wenn sie so aussieht, grün und blau, so soll ein Mensch nicht aussehen müssen. Weißt du. Und ich würde es nicht zulassen. Dass sie nicht einfach weggeht, das würde ich nicht zulassen, dass sie sich nicht wehrt.“
Claire versuchte nicht mehr, etwas zu sagen, weil es ohnehin nicht ankommen würde, und sie fühlte, dass ihr kalt war und dass sie betrunken war und dass sie auf harten Steinen lag und dass sie die Füße Haimos auf Augenhöhe hatte, und dass es nicht gut war, da zu liegen, allein und betrunken.
„Man glaubt, man hat ein Recht darauf, dass Sachen im Leben gut gehen. Dass man lachen kann, und dass einen jemand liebt, und dass einem nichts Böses passiert, und dass es gut gehen wird, alles. Aber bei wem willst du reklamieren, wenn es nicht so ist, wer ist Schuld daran, bei wem klagst du es ein. Verstehst du, dass es nicht ein bisschen gerechter sein kann.“
„…“
„Du hast kein Recht darauf, dass etwas gut geht, nie.“

Die Sonne ging auf, sehr schnell, und er sprach weiter, er war beinahe nüchtern, mit voller Stimme und hochaufgerichtet und als er sich irgendwann nach Claire umdrehte, lag sie nicht mehr am Ufer.

Ihre Tasche war weg und ihr Handy aus seinem Rucksack, und er sah auf die Stelle, wo sie gelegen hatte, sehr lange, und nahm dann sein Handy zur Hand. Er rief sie aber nicht an, es erschien ihm schon verloren, er packte seine Sachen und fuhr nach Hause, wo er lange schlief.
Das war das letzte was er mit Claire erlebte, die Nacht am Ossiacher See, mit Bierdosen in einer himmelblauen Kühltasche.